Ein kurzer Überblick über Hexentum

Unter dem Begriff Hexentum vereint sich eine kunterbunte Vielfalt an Ideen, Überzeugungen und Praktiken. Das gesamte Spektrum an Spiritualität, Glaubensrichtungen, Philosophien und Lebensweisen kommt hier zusammen und jede/r hat dazu seine eigenen Vorstellungen und Ansichten. Eine genaue Definition gibt es nicht.

Das Wort "Hexe" fußt vermutlich auf dem althochdeutschen "Hagazussa", was so viel wie "Zaunreiterin" bedeutet und eine Frau darstellt, die auf der Grenze zwischen den Welten lebt. Beschrieben wurde damit wahrscheinlich eine Person, die nicht in den "Mainstream" passte, wie man heute sagen würde.
Das war viele Jahrhunderte lang sehr gefährlich, denn wer nicht den christlichen Werten und Normen entsprach, wurde schnell Opfer von Verfolgung und Hinrichtung (Hexenverbrennung).
Hexen waren sehr naturverbundene Frauen, die sich mit Kräutern, Frauenheilkunde und der Interdependenz von Körper und Seele auskannten und als Heilerinnen, Hebammen und Seelsorgerinnen einen wichtigen Platz in der Gesellschaft einnahmen. Sie kümmerten sich um die (völlig normalen und natürlichen) Anliegen und Probleme der Menschen, die in der damaligen christlich vorgegebenen Glaubenswelt unterdrückt und verteufelt wurden und somit unbehandelt blieben.
"Hexe" war ein Schimpfwort und ihre Darstellung als boshafte, hässliche, mit dem Teufel verbundene Frau hat sich bis heute in zahlreichen Mythen und Märchen gehalten.
Doch in den letzten Jahrzehnten hat das Bild sich gewandelt. Immer mehr Menschen besinnen sich auf die Wurzeln alter Naturreligionen und arbeiten vergessenes Wissen wieder auf. Es ist ihnen ein Bedürfnis, die einstige Verbindung zur Natur wiederzuentdecken und die Lebensweise der weisen Frauen zu rehabilitieren und in ihr modernes Leben zu integrieren. Dabei entdecken auch immer mehr Männer diese Spiritualität für sich. Historisch finden sich „Hexer“ zwar weniger, was aber nicht bedeutet, dass Hexentum eine rein weibliche Strömung ist.
Heute bezeichnen sich wieder viele Frauen selbst als "Hexe" und Männer als „Hexer“– mit Stolz und Selbstbewusstsein.

Wie bereits erwähnt, gehen die Interpretationen, was genau ein/e Hexe/r heutzutage ist, weit auseinander. Mögliche Beschäftigungsspektren sind:

  • Heilkräuter, alternative Heilmethoden

  • Arbeit mit Kristallen, Edelsteinen

  • Orakeln (z.B. legen von Tarotkarten, Runen)

  • Einbeziehung ursprünglicher Orientierungspunkte (z.B. Mondphasen, Jahreszeiten) in den Alltag um bestimmte Dinge zu bestimmten Zeiten zu tun

  • Mythologie

  • Mystik

  • Magie

  • Spiritismus

  • Okkultismus

  • Esoterik

Das Hexentum ist frei von Dogmen und offen gegenüber allen Strömungen. Oft vermischen sich verschiedene andere Religionen und Kulturen. Hexen werden sich wohl nie einer „Schublade“ zuordnen lassen ;-). Eine sehr weit verbreitete Grundregel im Hexentum gibt es aber dennoch:

"Tu was du willst, aber schade keinem."

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